Intellektueller Rechtsextremismus im postsowjetischen Rußland: Der Fall Aleksandr Dugin

Berliner Debatte: Initial, vol. 17, no. 6 (2006), pp. 33-43.

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Berliner Debatte Initial
elektronische Sonderausgabe Druckversion: ISBN 978-3-936382-49-5 Dritte dürfen die Datei weitergeben, aber nicht verkaufen. zertifiziert: www.berlinerdebatte.de 17. Jg. 2006

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Prekäre Identitäten
Bürgel

Jugend in Ostdeutschland
Punkten

Familienkulturen Ressource oder Hypothek?
Umland

Intellektueller Rechtsextremismus in Rußland
Benedikter

US-amerikanische Kultursymptome
Hellmann

Gemeinschaft aus dem Geist des Kapitalismus

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Prekäre Identitäten
– Zusammengestellt von Harald Bluhm –
Editorial 2 Kai-Uwe Hellmann Die Geburt der Gemeinschaft aus dem Geist des Kapitalismus Michael Böhm Alain de Benoist, die Nouvelle Droite und das Problem des Extremismus Eine Replik auf Hartwig Schmidts „Der Nichtnazi“

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Schwerpunkt Prekäre Identitäten
Tanja Bürgel Prekäre Jugend im Osten Deutschlands Mirko Punken „Wir sind EIN Volk!“? Familienkulturen als Ressource oder Hypothek bei der Herausbildung einer gesamtdeutschen Identität Henrik Pontzen, Thomas Schindler Endstation Sehnsucht Zur Konstruktion von Authentizität Andreas Umland Intellektueller Rechtsextremismus im postsowjetischen Rußland Der Fall Aleksandr Dugin Dominika Biegoń Europäische Identität in Polen – Numerische Zuschreibung oder qualitative Identität? Roland Benedikter Geborene Identität – geborene Überlegenheit? US-amerikanische Kultursymptome heute *** Swantje Renfordt Der Streit über die Irak-Resolution 1441 als ein gemeinsamer europäischer Rechtsdiskurs 64 *** Jahresinhaltsverzeichnis 2006 106

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Besprechungen und Rezensionen
15 Thomas Meyer: Theorie der Sozialen Demokratie Rezensiert von Lenz Koppelstätter 22 Edelbert Richter über Wirtschaftskrise und religiösen Wahn Rezensiert von Ulrich Busch 33 Agnès Arp: VEB. Vaters ehemaliger Betrieb. Privatunternehmer in der DDR Rezensiert von Michael Hofmann 44 Olga Kryschtanowskaja: Anatomie der russischen Elite Rezensiert von Ekaterina Borbe 56 Rainer Schmidt Das perfekte System? Michael Oakeshott über die Pferderennbahn als Schule des Politischen 100 92

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Andreas Umland

Intellektueller Rechtsextremismus im postsowjetischen Rußland
Der Fall Aleksandr Dugin*

Ultranationalistische Ideologeme finden in der russischen Politik, Kulturlandschaft und Zivilgesellschaft zunehmenden Zuspruch. Während die Verbreitung manifest faschistischen Gedankengutes durch rechtsextreme Parteien, wie National-Bolschewistische Partei oder Russische Nationale Einheit, oder in der Skinheadbewegung1, in den letzten Jahren immer mehr die Aufmerksamkeit der russischen und westlichen Medien und der Fachwelt auf sich zieht2, finden auf das akademische und Intellektuellenmilieu orientierte und äußerlich „seriöser“ wirkende, aber nicht weniger radikale antidemokratische Projekte weniger Beachtung. Und das, obwohl die Auflagenzahlen der Schriften der inzwischen zahlreichen profilierten extrem antiwestlichen und ultranationalistischen Publizisten – wie Sergej Kara-Murza, Michail Nazarov, Sergej Kurginjan, Lev Gumilëv (1992 verstorben) oder Maksim Kalašnikov (alias Vladimir Kučerenko) – in die Zehntausende gehen.3 Im folgenden wird ein weiterer derartiger rechtsextremer Theoretiker, Aleksandr Dugin, kurz vorgestellt, dessen Ideologiegebäude und publizistische Aktivitäten sich durch besondere Systematik und erkennbare Wirkungen auf den russischen Mainstream auszeichnen.

Zu „Neoeurasismus“ und anderen Klassifikationen
In Rußland hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten unter indirekter und direkter Einflußnahme westeuropäischer eurofaschistischer Intellektueller ein ideologisches Konstrukt

herausgebildet, welches in letzter Zeit zumeist unter der Bezeichnung „Neoeurasismus“ firmiert. Die westeuropäischen sogenannten „Neuen Rechten“ konstituierten sich in den späten 1960er Jahren unter Rückgriff auf einige deutsche Geisteswissenschaftler, Schriftsteller und Publizisten der Zwischenkriegszeit, deren Bewegung unter dem Oxymoron „Konservative Revolution“ bekannt geworden ist. Der russische „Neoeurasismus“ behauptet ebenfalls, auf eine geistige Strömung der Zwischenkriegszeit – den Eurasismus, eine Intellektuellenbewegung unter den damaligen russischen Emigranten in Europa – zurückzugreifen. Die Ideen des Zirkels der Eurasier, der eine Reihe hochangesehener Wissenschaftler und Publizisten einschloß, hatten wesentliche Gemeinsamkeiten mit der „Konservativen Revolution“.4 Der partikularistische Antidemokratismus der russischen Eurasier war jedoch weniger aggressiv als der rechtsextreme Bellizismus und weniger exklusiv als der Ultranationalismus der sich teilweise ebenfalls wissenschaftlich gebenden „konservativen Revolutionäre“, von denen einige zeitweise mit den Nazis kollaborierten. Wie ihre teilweise Unterstützung der antiwestlichen, isolationistischen, imperialistischen und ideokratischen Aspekte des frühen Sowjetregimes und dessen partieller Kontinuität mit dem zaristischen Reich illustrierte, waren die klassischen Eurasier in einem gewissen Sinne tatsächlich konservativ, während die „konservativen Revolutionäre“ explizit eine radikale gesellschaftliche Umwälzung anstrebten. Der ursprüngliche Eurasismus muß hier ohnedies insofern nur am Rande behandelt werden, als er sich im „Neoeurasismus“, der in

34 seinem manifesten Extremismus der deutschen „Konservativen Revolution“ nähersteht, nur bedingt widerspiegelt.5 Vielmehr kann der Terminus „Neoeurasismus“ zumindest teilweise als Etikettenschwindel bezeichnet werden, durch welchen sich die „Neoeurasier“ historische Legitimität zu verschaffen und von bedeutenderen Quellen ihrer Ideologie im westeuropäischen Zwischen- und Nachkriegsrechtsextremismus abzulenken suchen. Bei der Selbststilisierung der „Neoeurasier“ handelt es sich offenbar um eine bewußte Vernebelungs- und Popularisierungstaktik – ein Ansatz, der in gewisser Hinsicht der Umwertung solcher Begriffe wie „Sozialismus“ und „Demokratie“ durch die „Konservative Revolution“ der Weimarer Republik oder der spezifischen Neubesetzung von Termini wie „Pluralismus“ oder „Antirassismus“ durch die heutige westeuropäische „Neue Rechte“ ähnelt. Nicht unproblematisch ist, daß etliche kritische Beobachter der „Neoeurasier“ innerund außerhalb Rußlands die Selbstbezeichnung dieses Personenkreises unkritisch übernommen haben, den Begriff „Neoeurasismus“ (oder gar „Eurasismus“) ohne Anführungszeichen gebrauchen, ihn bewußt zur Konzipierung, nicht nur zur Etikettierung der entsprechenden Ideologie verwenden und und damit den ursprünglichen Begriff des Eurasismus über Gebühr strecken. Als „mildernder Umstand“ für einen derartigen Lapsus kann lediglich dienen, daß es sich bei den Begriffen „Eurasien“ und „Eurasismus“ um im heutigen Rußland ohnehin inflationär gebrauchte Wörter handelt. Die Klassifizierung einer bestimmten faschistischen Intellektuellenbewegung als „neoeurasisch“ stellt daher nur eine relativ geringfügige Vergrößerung der allgemeinen Begriffsverwirrung im postsowjetischen politischen Diskurs dar. Zwar gibt es zweifelsohne wichtige inhaltliche Anknüpfungspunkte zwischen dem etatistischen Antidemokratismus und radikalen Antieuropäismus des klassischen Eurasismus und dem fanatischen Antiamerikanismus der „Neoeurasier“. Doch verweisen die intellektuellen Biographien der wesentlichen Repräsentanten des „Neoeurasismus“ darauf, daß der klassische Eurasismus bei der Formie-

Andreas Umland rung der „neoeurasischen“ Bewegung nur eine zweit-, wenn nicht drittrangige Rolle spielte. Es überrascht daher nicht, daß ein Vergleich der grundlegenden Postulate beider Ideologiegebäude gravierende Unterschiede nachweist. Die vielleicht offensichtlichste, wenn auch weltanschaulich nicht bedeutendste Differenz zwischen den klassischen Eurasiern und den heutigen „Neoeurasiern“ ist, daß letztere meist Kontinentaleuropa in ihr Konzept von Eurasien einbeziehen, während der klassische Eurasismus gerade auf der Unterscheidung zwischen „Europa“, das heißt West- und Mitteleuropa, einerseits und „Eurasien“, das heißt dem russisch beherrschten Osteuropa und Nordasien, andererseits beruhte.6 Ein vereinzelt angedeutetes Endziel der „Neoeurasier“ scheint darüber hinaus die Schaffung eines Staatenblocks zu sein, der den gesamten eurasischen Kontinent – zumeist allerdings unter Ausschluß Chinas – umfassen würde.7 Kurioserweise kommt damit die Definition des Begriffs „Eurasien“ durch die „Neoeurasier“ der geographischen Bedeutung des Wortes und dessen heutiger internationaler Denotation, also seiner Verwendung für die gesamte europäisch-asiatische Landmasse, näher als der spezifischen Konnotation, die der Terminus noch bei den klassischen Eurasiern hatte. Dieser Umstand ist freilich kein Indikator für ideologische Mäßigung oder gar politischen „Zentrismus“ – ein von den „Neoeurasiern“ ebenfalls gern gebrauchter Begriff zur Selbstcharakterisierung. Vielmehr verweist der weitgehende Bedeutungswandel, den „Eurasien“ bei den „Neoeurasiern“ erfahren hat, auf die Diskontinuität mit dem klassischen Eurasismus und die mangelnde Schärfe des Begriffs „Neoeurasismus“. Es mögen Überlegungen wie diese gewesen sein, die den im deutschsprachigen Raum führenden Spezialisten für den russischen „Neoeurasismus“, Markus Mathyl, veranlaßt haben, statt dessen den Begriff „Neonationalbolschewismus“ für diese russische neurechte Ideologie einzuführen.8 Diese terminologische Lösung ist zwar hervorragend geeignet, den Extremismus der „Neoeurasier“ zu unterstreichen und einige wichtige Quellen ihrer Ideologie anzudeuten. Sie bringt jedoch aufgrund ihrer Vieldeutigkeit eine ganze Reihe neuer konzep-

Intellektueller Rechtsextremismus im postsowjetischen Rußland tioneller Probleme mit sich, die den kognitiven Zugewinn der Einführung von Mathyls Neologismus teilweise wieder aufheben.9 Nicht zuletzt aus diesen Gründen wird hier im weiteren, ungeachtet der obigen Kritik, der Begriff „Neoeurasismus“ benutzt – wenn auch stets in Anführungszeichen. Schließlich wurde er von den untersuchten Personenkreisen zur Selbstbezeichnung gewählt und ist deshalb nicht gänzlich irrelevant. Wie die Ideologie der Bewegung unter etymologischen, taxonomischen, begriffsgeschichtlichen und konzeptionellen Gesichtspunkten tatsächlich adäquat zu klassifizieren und zu bezeichnen wäre, diese Frage kann hier nur andeutungsweise beantwortet werden. Im folgenden wird es vielmehr um die Etablierung dieser ideologischen Strömung als bedeutendem Bestandteil des heutigen russischen Gegendiskurses und der studentischen Jugendkultur sowie um mögliche Konsequenzen für die Bewertung heutiger Trends im intellektuellen und politischen Leben Rußlands gehen.10

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Chefideologe des „Neoeurasimus“ – Aleksandr Dugin11
Einer der bereits in den frühen 1990er Jahren profiliertesten Theoretiker der postsowjetischen russischen extremen Rechten war der „Metaphysiker“ Aleksandr Gel’evič Dugin (geb. 1962).12 Trotz der bereits damals bemerkenswerten publizistischen Erfolge Dugins innerhalb der extremen Rechten wurde in der westlichen Forschung die Untersuchung der Ideen, der Gefolgschaft sowie der Aktivitäten dieses nonkonformistischen Publizisten bisher als eine Domäne der Subkulturen- und Okkultismusforschung bzw. einer exklusiven Forschergemeinde mit Sinn für das Bizarre in der russischen Gesellschaft angesehen. Die erstmals weithin beachtete politische Initiative Dugins, die unten kurz beschriebene Gründung der Bewegung „Evrazija“ (Eurasien) im Jahr 2001, war jedoch lediglich das letzte Glied einer Kette beachtenswerter Projekte dieses ultranationalistischen Ideologen. Entgegen der Intuition vieler kompetenter westlicher Beobachter ist die Auseinandersetzung mit Inhalt

sowie Verbreitung und Rezeption von Dugins eigenartigen Ideen bereits seit geraumer Zeit für einen adäquaten Zugang zum Mainstream des heutigen politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Lebens Rußlands relevant.13 Dugins Schriften waren bereits Untersuchungsgegenstand einer Reihe mehr oder minder tiefgehender Inhaltsanalysen.14 Deshalb sollen im folgenden lediglich die jüngsten Entwicklungen des Phänomens Dugin dargestellt und die Grundzüge seiner Weltanschauung in verkürzter Form wiedergegeben werden. Auch unterliegt die Begründung, Präsentation und Interpretation des „Neoeurasismus“ durch Dugin erheblichen Widersprüchen und Schwankungen, was ein Grund dafür ist, daß die Konzipierungen seiner Ansichten durch verschiedene russische und ausländische Forscher voneinander abweichen. Trotzdem ist eine „rot(braun)e Linie“ in seinem Denken erkennbar, die ich hier kurz nachzuzeichnen suche. Obwohl Dugin besonders in den letzten Jahren versucht hat, seine Ideologie als eine Spielart beziehungsweise die bedeutendste heutige Manifestation des „Eurasismus“ zu präsentieren, stellen seine Ideen keinesfalls eine bloße Variation dieser Denkschule dar. Vielmehr gründen Dugins Menschenbild, seine eklektische Weltsicht und Gesellschaftsvision eher auf – der eingangs erwähnten „Konservativen Revolution“ in Zwischenkriegsdeutschland; – den aggressiveren Tendenzen innerhalb des geopolitischen Ansatzes zur Weltpolitik; – der heutigen westeuropäischen sogenannten „Neuen Rechten“15; sowie auf – weiteren internationalen Quellen des mystischen, traditionalistischen, okkulten und verschwörungstheoretischen Denkens, so etwa auf René Guénon, Hermann Wirth, Julius Evola, Jean Parvulesco und Aleister Crowley. Dies scheint ein Grund dafür zu sein, daß der belesene Publizist nicht nur über bestimmte Widersprüche zwischen westlicher Zivilisation und „Eurasien“ schreibt, wie dies auch andere russische Ultranationalisten getan haben und tun. Vielmehr zeichnet Dugin das manichäische Bild einer uralten Auseinandersetzung

36 zwischen zwei einander zutiefst feindlichen Gesellschaftsformationen: – auf der einen Seite die atlantischen Seemächte („Thalassokratien“), welche auf die versunkene Welt von Atlantis zurückgehen, im antiken Phönizien und Karthago ihre Wurzeln haben und jetzt von den „mondialistischen“ USA angeführt werden; – auf der anderen Seite die eurasischen Landmächte („Tellurokratien“), die aus dem mythischen Land „Hyperborea“ hervorgegangen sind, die Tradition des Römischen Imperiums fortsetzen und unter denen Rußland heute die wichtigste Komponente darstellt. Laut Dugin befinden sich die geheimen Orden dieser beiden von jeher antagonistischen Zivilisationen in einem jahrhundertealten Kampf, der sich nun seinem Endstadium nähert. Die sich anbahnende Entscheidungsschlacht zwischen den ozeanischen Kulturen einerseits und den kontinental geprägten Nationen andererseits erfordere Rußlands nationale Neugeburt mittels einer „konservativen“ und „permanenten“ Revolution, welche von der Ideologie des „Nationalbolschewismus“ und einem ausdrücklich „geopolitischen“ Zugang zu den internationalen Beziehungen geprägt sein müsse, einen „Neuen Sozialismus“ bedeute und sowohl territoriale Ausweitung als auch die Schaffung eines „eurasischen“ Blocks fundamentalistischer Landmächte (inklusive eines traditionalistischen Israel!) gegen den zersetzenden, individualistischen, angelsächsischen Imperialismus implizieren würde. Ansichten wie diese sollten, wie eingangs erwähnt, allerdings nicht dazu führen, Dugin als ein womöglich interessantes subkulturelles, aber kaum ernstzunehmendes politisches Phänomen mißzuverstehen. Schon früh in seiner politischen Karriere in der späten Sowjetunion knüpfte der künftige Hauptideologe der russischen extremen Rechten zum Beispiel ganz gezielt Kontakte zu führenden westlichen rechtsextremistischen Intellektuellen. So hatte er etwa 1989 während einer Reise durch Westeuropa eine Reihe bekannter ultranationalistischer europäischer Intellektueller getroffen, unter ihnen Alain de Benoist, Jean-François Thiriart und Claudio Mutti, die ihn später,

Andreas Umland wie auch andere westeuropäische Rechtsintellektuelle, in Moskau besuchten und mehr oder minder stark an seinen verschiedenen Projekten mitwirkten.

Vom Rand ins Zentrum der politischen Gesellschaft Rußlands
In den 1990er Jahren baute Dugin schrittweise sein Forschungs- und Publikationszentrum auf und versuchte seine Ideen bei verschiedenen antidemokratischen politischen Organisationen und bei weiteren potentiellen Adressaten in Militär, Geheimdienst und akademischem Bereich zu propagieren. Die beiden wichtigsten Institutionen, die Dugin 1990/91 gründete und die ihm auch heute noch als Instrumente zur Verbreitung seiner Ansichten dienen, sind die historisch-religiöse Vereinigung „Arktogeja“, die auch als Verlagshaus fungiert16, und sein „Zentrum für spezielle metastrategische Studien“, eine Art Think Tank. Einrichtungen wie diese tauchten in Rußland in den frühen Alain de Benoist und Robert Steuckers, zwei westeuropäische rechte Intellektuelle, mit Dugin vor dem Gebäude der Redaktionen der ultranationalistischen Wochenzeitungen „Literaturnaja Rossija“ (Literarisches Rußland) und „Den’“ (Der Tag; inzwischen „Zavtra“ – Morgen), Moskau, März 1992 (v.l.n.r.)

Intellektueller Rechtsextremismus im postsowjetischen Rußland 1990er Jahren zwar zahlreich auf17; viele von ihnen sind jedoch mittlerweile verschwunden beziehungsweise bedeutungslos geblieben und stellen lediglich Fußnoten in der Frühgeschichte des nachsowjetischen Rußlands dar. Hingegen waren Dugins zahlreiche Veröf fentlichungen, insbesondere seine neue Zeitschrift „Ėlementy: evrazijskoe obozrenie“ (Elemente: Eurasische Rundschau; 1992–1998 in neun Ausgaben erschienen18), wie auch einige andere Periodika19, nicht nur origineller gestaltet und fanden in nationalistischen Kreisen und darüber hinaus weitere Verbreitung als die trockeneren Arbeiten anderer, ähnlich ausgerichteter Publizisten, wie der oben erwähnten.20 Dugins Ansatz war, wie vor allem Markus Mathyl deutlich gemacht hat, auch insofern außergewöhnlich, als sein Zirkel es schnell schaffte, enge Verbindungen zur gegenkulturellen Jugendszene, speziell zu populären nationalistischen Rock-, Punk- und Dark Wave-Musikern wie Egor Letov, Sergej Troickij, Roman Neumoev, dem inzwischen verstorbenen Sergej Kurëchin und anderen zu

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knüpfen.21 In den späten 1990er Jahren zeichnete sich der Dugin-Kreis darüber hinaus dadurch aus, daß er ein hochentwickeltes, miteinander verbundenes System von Web-Seiten geschaffen hat, von denen die meisten Publikationen des Kreises – vor allem Dugins Bücher und Artikel sowie Periodika von „Arktogeja“ – kostenlos heruntergeladen werden können.22 Mitte der 1990er Jahre noch schien Dugin eine Doppelstrategie zu verfolgen. Einerseits wollte er offenbar die radikalsten außer- und antisystemischen Teile von Rußlands aufkommender „unziviler Gesellschaft“23 beeinflussen und versuchen, sie mit seinen Ideen zu imprägnieren; so war Dugin zum Beispiel 1991–1993 ein regelmäßiger Autor für die wichtigste russische rechtsextremistische Wochenzeitung „Den’“ (Der Tag) sowie 1993–1998 Mitbegründer und erster Chefideologe von Ėduard Limonovs ausdrücklich revolutionärer National-Bolschewistischer Partei.24 Andererseits versuchte er, in Moskaus politisches Establishment einzudringen und eine größere Leserschaft jenseits der neofaschistischen

Aleksandr Prochanov, Redakteur von „Den’“ bzw. „Zavtra“, Egor Ligačëv, ehemaliger Sekretär und Mitglied des Politbüros des ZK der KPdSU, Jean Thiriart (verstorben im November 1992), ehemaliger Nazi und später führender westeuopäischer nationalbolschewistischer Ideologe, und Dugin, Moskau, August 1992 (v.l.n.r.)

38 Subkultur zu erreichen. Er trat im staatlichen Radio und Fernsehen auf, veröffentlichte unter anderem in der liberalen Zeitung „Nezavisimaja gazeta“ (Unabhängige Zeitung) und hielt Vorlesungen an der Akademie des Generalstabes der Streitkräfte der Russischen Föderation. Im September 1998 startete Dugin den bisher anscheinend nur bedingt erfolgreichen Versuch, eine eigene sogenannte Neue Universität zu institutionalisieren.25 Der Widerspruch zwischen Dugins auf Einflußnahme auf den gesellschaftlichen Rand orientiertem Ansatz einerseits und seiner auf die Erringung kultureller Hegemonie im Zentrum der Gesellschaft abzielenden gramscistischen Taktik wurde 1998 aufgelöst, als Dugin und eine Gruppe seiner Jünger die NBP verließen und eine Analyseabteilung beim Büro des Sprechers der Staatsduma der Föderationsversammlung der RF, Gennadij I. Seleznëv, bildeten. Ein Jahr zuvor hatte Dugin die erste Ausgabe seines vielleicht einflußreichsten Buches „Grundlagen der Geopolitik“ veröffentlicht, das schell ausverkauft war, den Status eines Standardwerkes erlangte und an einigen russischen Hochschulen als Lehrbuch genutzt wird.26 Die über 600seitige Schrift brachte ihm nicht nur bei nationalistischen Teilen der russischen Elite

Andreas Umland Aufmerksamkeit und womöglich ja auch das Interesse Seleznëvs ein. Sie erlebte bis 2000 drei ergänzte Neuauflagen, die alle schnell vergriffen waren, und avancierte zu einem wichtigen politischen Pamphlet mit einer breiten Leserschaft in akademischen und politischen Kreisen, sogar außerhalb Rußlands.27

Dugins Eintritt ins politische Establishment
Dugins bedeutendstes Projekt, welches ihm erstmals die umfassende Aufmerksamkeit der zentralen Presseorgane, Fernsehkanäle und Radiostationen einbrachte, war die Gründung der erwähnten sogenannten Allrußländischen Politisch-Gesellschaftlichen Bewegung „Evrazija“ (Eurasien) im Frühjahr 2001.28 Dugins frühere Verbindungen zur Akademie des Generalstabes und zum Büro des Sprechers der Staatsduma konnten noch als zwar ebenfalls wichtige, jedoch womöglich nur zufällige Phänomene angesehen werden. Mit der Gründung von „Evrazija“ absolvierte das Dugin-Phänomen einen qualitativen Sprung von den Fußnoten zum Haupttext der postsowjetischen russischen Geschichte.

Dugin und Sergei Kurëchin (1954–1996), bekannter russischer experimenteller und Jazzmusiker mit Kultstatus, Petersburg 1995 (v.l.n.r.)

Intellektueller Rechtsextremismus im postsowjetischen Rußland Besondere Aufmerksamkeit an der Gründung von „Evrazija“ verdiente nicht nur, daß die Schaffung der Organisation offensichtlich zumindest durch Teile der Administration des Präsidenten der RF unterstützt (ja womöglich mitinitiiert) wurde.29 Auch daß „Evrazija“ bereits bei der Gründung mehr als 50 regionale Organisationen und ca. 2.000 Aktivisten für sich beanspruchte, war für sich genommen noch kein außerordentliches Faktum. Nicht einmal die Anwesenheit solch hoher religiöser Figuren wie Talgat Tadžuddin, Obermufti des Rußländischen Muslimischen Geistlichen Direktorats, und weiterer Repräsentanten von christlich-orthodoxen, jüdischen und buddhistischen Organisationen in den Organen der neugegründeten Bewegung erscheint als bedeutsamstes Charakteristikum von „Ev ra zija“. Die potentiell folgenschwerste Randerscheinung des Gründungskongresses war vielmehr die Anwesenheit des vor kurzem verstorbenen prominenten russischen politischen Philosophen, Prof. Dr. habil. Aleksandr Panarin (1940–2003), sowie des bekannten Fernsehjournalisten von Rußlands Erstem und weitestreichendem Kanal ORT, Michail Leont’ev (geb. 1958), auf diesem Forum. Professor Panarin war bis zu seinem Tod

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Ordinarius für Politikwissenschaften an der Philosophischen Fakultät der Moskauer Staatlichen Lomonosov-Universität und Direktor des Zentrums für soziale und philosophische Studien am Institut für Philosophie der Rußländischen Akademie der Wissenschaften. Er nahm damit eine führende Position in den russischen Gesellschaftswissenschaften ein. Darüber hinaus war er ein hochproduktiver Buchautor, der allem Anschein nach erheblichen Einfluß auf das intellektuelle Leben, insbesondere auf die russischen Provinzuniversitäten ausgeübt hat und weiterhin ausübt.30 Ein Sozialwissenschaftler der Staatlichen Universität Ul’janovsk etwa bezeichnete 1999 Panarin als „eine[n] der profundesten und originellsten zeitgenössischen politischen Philosophen“.31 Leont’ev wiederum wird von einer Quelle als „der Lieblingsjournalist des Präsidenten [Putin]“ bezeichnet.32 Er ist Gründer, Chefredakteur und Hauptmoderator der extrem antiamerikanischen politischen Abendsendung „Odnako“ (Allerdings). Leont’ev bekundete nicht nur verbal und durch seine Anwesenheit auf dem Gründungskongreß seine Unterstützung für Dugins Bewegung; er trat darüber hinaus deren Zentralrat bei.33 Panarin wurde zwar zunächst nicht Mitglied in Dugins Bewegung, veröffentlichte aber bereits Troy Southgate, führender britischer neurechter Intellektueller, in den ersten „Evrazija“-Puund Dugin auf einem paneuropäischen Treffen der Europäischen blikationen Beiträge.34 Auch Neuen Rechten, London, März 2005 (v.l.n.r.) zitierte er in einigen seiner Bücher Dugins „Grundlagen der Geopolitik“ affirmativ.35 2002 wurde Panarin Mitglied des Zentralrates von Dugins neugegründeter Partei „Evrazija“. Laut Dugin hatte Panarin kurz vor seinem Ableben im September 2003 zugesagt, ein Vorwort zu Dugins kürzlich erschienenem Buch, „Politische Philosophie“, zu schreiben.36 Mit Blick auf ihre jeweilige Stellung in der akademischen beziehungsweise Medienlandschaft kann für diese beiden in der russi-

40 schen Gesellschaft wohletablierten Figuren eine karrieristische Motivation für ihre Unterstützung von „Evrazija“ vermutlich ausgeschlossen werden. Statt dessen scheint es, daß diese profilierten Publizisten sich tatsächlich von Dugin und seinen Ideen angezogen fühlten. Mit solch prominenten Meinungsmachern wie Panarin und Leont’ev an seiner Seite hatte Dugins Einfluß auf das Denken der wissenschaftlichen und politischen Elite Rußlands seit 2001 beunruhigende Dimensionen angenommen. Besonders verblüffend ist, daß ein Gelehrter wie Panarin durch sein demonstratives Interesse an Dugins Organisation und Ideen 2001–2003 letzterem intellektuelle Führungsqualitäten zuerkannte sowie akademische Reputation verschaffte, obwohl Dugin erst kurz zuvor von einer Hochschule in der südrussichen Provinzhauptstadt Rostov den Doktorgrad verliehen bekommen hatte und auf eine dubiose politische Biographie zurückblickt. Dugin war sich der potentiellen Bedeutung der Parteinahme Panarins für seine Organisation denn auch bewußt und brachte in seiner programmatischen Rede auf dem „Evrazija“-Gründungskongreß im April 2001 umgehend seine Freude über Panarins Anwesenheit im Saal zum Ausdruck.37 In einem späteren Rückblick auf den Kongreß hob er die Teilnahme Panarins nochmals als angenehme Überraschung hervor.38 Es ist zu befürchten, daß die öffentliche Anerkennung des Duginschen Projektes durch einen so angesehenen Politologen wie Panarin der Verbreitung der zahlreichen extrem antiliberalen, paranoiden und verschwörungstheoretischen Publikationen von „Arktogeja“ Auftrieb verleihen und ihre verstärkte Nutzung an sozial- und geisteswissenschaftlichen Fakultäten russischer Hochschulen befördern wird. Zu den bereits 2001 nachweislich in enger Verbindung zu Dugin stehenden und außerhalb der Militärakademien der RF angesiedelten Sozial- und Geisteswissenschaftlern zählen etwa – Prof. Dr. phil. habil. Stanislav Nekrasov, Lehrkraft am Uraler Staatlichen Konservatorium Jekaterinburg, – Dozentin Dr. phil. Galina Sačko, damals Dekanin der Fakultät für Eurasien und

Andreas Umland den Osten an der Staatlichen Universität Čeljabinsk, sowie - Prof. Tamara Matjaš, Lehrstuhlleiterin am Fortbildungsinstitut der Staatlichen Universität Rostov.39 Seit Gründung der „Evrazija“-Bewegung 2001 ist die Entwicklung des Phänomens Dugin unübersichtlich geworden, und Dugins Auftritte in Presse, Fernsehen und Rundfunk sowie im Internet und auf diversen wissenschaftlichen und politischen Konferenzen sind kaum noch zu überschauen.40 Neben Dugins häufigem Erscheinen in politischen Fernsehsendungen ist anzumerken, daß er sich in den letzten Jahren als ständiger Kolumnist der „Literaturnaja gazeta“ (Literaturzeitung), einem der angesehensten und traditionsreichsten intellektuellen Wochenblätter Rußlands, etabliert zu haben scheint. Dugins faktisches Scheitern bei dem Experiment, seine Organisation 2002/03 von einer auf der metapolitischen und zivilgesellschaftlichen Ebene agierenden Kraft in eine funktionstüchtige politische Partei umzuwandeln, kann in diesem Zusammenhang nicht als alleiniger Maßstab für eine adäquate Bewertung seiner derzeitigen Rolle in der Gesellschaft Rußlands betrachtet werden. Bedeutsamer als Dugins Mißerfolg bei dem Versuch, im Dezember 2003 an den Wahlen zur Staatsduma teilzunehmen, bleibt der mittelbare politisch-ideologische Einfluß, den er zunehmend ausübt. Während das erwähnte Parteiprojekt allem Anschein nach Schiffbruch erlitten hat, könnte sich die Mutation seiner organisatorischen Hauptstütze von der Partei „Evrazija“ hin zur sogenannten Internationalen Eurasischen Bewegung, gegründet im November 2003, als ein neuerlicher Durchbruch erweisen. Die ursprüngliche, 2001 geschaffene allrußländische „Evrazija“-Bewegung zeichnete sich noch durch den Einschluß bedeutender zivilgesellschaftlicher Akteure aus (wie oben dargelegt) und konnte bei ihrem Gründungskongreß auf die Grußworte einiger hochgestellter Mitarbeiter des Staatsapparates verweisen. Dugins 2003 neu geschaffene Internationale Eurasische Bewegung geht darüber hinaus und schließt eine ganze Reihe jüngerer staatlicher Repräsentanten als Mitglieder des Führungsorgans der Bewegung ein – darunter

Intellektueller Rechtsextremismus im postsowjetischen Rußland Viktor Kaljužnij, ehemaliger stellvertretender Außenmininister der RF; Michail Margelov, Vorsitzender des Komitees für Außenpolitik des Föderationsrates (des Oberhauses) der Föderationsversammlung (des Parlaments) der RF; Aleksej Žafjarov, stellvertretender Leiter der Abteilung für politische Parteien und gesellschaftliche Organisationen beim Justizministerium der RF; und andere.41 Mit seinem kürzlich gegründeten „Evrazijskij sojuz molodëžy“ (Eurasischer Jugendverband), dessen Hauptaufgabe die Verhinderung einer „orangenen Revolution“ in Rußland und die Verbreitung des Duginschen Ideengutes in der studentischen Jugend sind42, hat Dugin ein zusätzliches Vehikel für die Verbreitung und Anwendung seiner Ideen in einem aufnahmefähigen Umfeld geschaffen. Weitere ähnliche neue Facetten des Dugin-Phänomens ließen sich aufzählen.

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Fazit
Es wäre zwar verfrüht, von einer tiefgreifenden Verseuchung des russischen Eliten- und Studentenmilieus mit ultranationalistischen Ideen zu sprechen, wie dies bei der deutschen Zivilgesellschaft der Weimarer Republik der Fall war.43 Trotzdem illustriert das Beispiel von Dugins Aufstieg, daß politischer Liberalismus, philosophischer Rationalismus und ethischer Universalismus sich in Rußland derzeit im Rückzug befinden. Dabei werden von verschiedenen politischen und gesellschaftlichen rechtsextremen Akteuren in einer Art Arbeitsteilung verschiedene Jugendmilieus bedient: Während Skinheads und organisierte neonazistische Schlägertrupps wie „Russkoe Nacional’noe Edinstvo“ (Russische Nationale Einheit) bei der Arbeiterjugend und Berufsschülern rekrutieren, erreicht Ėduard Limonovs National-Bolschewistische Partei oppositionell eingestellte russische Oberschüler und Studenten. Neben diesen nicht nur extrem nationalistischen, sondern auch klar regierungsfeindlich eingestellten Gruppierungen agieren auch explizit proputinsche kryptofaschistische Organisationen wie Vladimir Žirinovskijs sogenannte Liberal-Demokratische Partei Rußlands, die

bei der ethnisch russischen Jugend der kleinen ProvinzstädteAnklang findet, oder Dugins Internationale Eurasische Bewegung, die durch Einflußnahme auf antiwestlich eingestellte Universitätsabsolventen und junge Intellektuelle auch nichtrussischer Herkunft den Diskurs der Geisteswissenschaften und Medien sowohl in Rußland als auch in anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion nach rechts zu verschieben sucht. Obwohl Dugin für den russischen Durchschnittsbürger bisher kaum eine bekannte Figur sein dürfte, ist er im heutigen Rußland bereits ein „Hauptanbieter“ auf dem, wie es Thomas Metzger nennt, „ideologischen Marktplatz“, dem Fluß von Informationen und Ideen, inklusive solcher, die den Staat bewerten und kritisieren. Dies schließt nicht nur die unabhängigen Massenmedien, sondern auch das weite Feld der autonomen kulturellen und intellektuellen Aktivitäten ein: Universitäten, Denkfabriken, Verlagshäuser, Theater, Filmemacher, sowie künstlerische Vorstellungen und Netzwerke.44 Die europäische „Neue Rechte“, allen voran die französische „Nouvelle Droite“, versucht – inspiriert durch die berühmte Theorie Gramscis – nun bereits seit Jahrzehnten mit nur begrenztem Erfolg, die Vorherrschaft anthropozentrischer, kosmopolitischer und antielitärer Axiome im Mainstream des westeuropäischen politischen Denkens zu unterminieren.45 Dagegen scheinen Dugin und einige weitere ähnlich ausgerichtete Publizisten Rußlands heute eine reelle Chance zu haben, die heranwachsende kulturelle, akademische und politische postsowjetische Elite auf den Weg einer neuen radikal antiwestlichen Utopie zu lenken.46

Anmerkungen
* Die Forschungen zu diesem Beitrag wurden 2002 durch ein Fritz-Thyssen-Fellowship der Harvard University (Cambridge, Mass.) und 2004 durch ein Research Fellowship am St. Antony’s College Oxford (UK) ermöglicht. Roger D. Griffin, Robert L. Paarlberg und Cas Mudde machten nützliche Anmerkungen zu einer früheren englischen Version des Textes. Besonderer Dank gilt Robert C. Otto (Arlington, Virginia) für die mannigfache Unterstützung bei den Recherchen und für seine kompetenten Kommentare zum ersten Entwurf des Aufsatzes sowie Michael Hagemeister, Frankfurt (Oder), für seine hilfreichen An-

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merkungen betreffs des deutschen Textentwurfs. Fehler und Fehlinterpretationen sind jedoch die meinigen. 1 Aleksandr Tarasov: Die Skinhead-Bewegung in Rußland. Hintergründe ihres Aufschwungs. In: Berliner Debatte Initial 14 (2003) 3, 93-100; Vjačeslav Lichačëv, Vladimir Pribylovskij (Hg.): Russkoe Nacional’noe Edinstvo, 1990–2000. 2 Bde. (=Soviet and Post-Soviet Politics and Society 10). Stuttgart/Hannover: ibidem 2005. 2 Siehe z.B.: Report by Mr Alvaro Gil-Robles, Commissioner for Human Rights, on his Visit to the Russian Federation 15 to 30 July 2004, 19 to 29 September 2004. Strasbourg: Council of Europe 2005, 67; Elfie Siegl: Fremdenfeindlichkeit und Rassenhaß in Rußland. In: Rußlandanalysen, Nr. 75/2005, 2-4. 3 Zu ersten derartigen Tendenzen Anfang der 1990er Jahre siehe Katja Lebedeva, Hans-Jürgen Lehnert: Neoslawophile contra Westler. Neue alte Polarisierungen in der russischen Kultur. In: Berliner Debatte Initial 3 (1992) 6, 11-16; Alla Černych: Sergej Kurginjan. Das siebente Szenarium. In: Berliner Debatte Initial 5 (1994) 3, 61-64. 4 Leonid Luks: Die Ideologie der Eurasier im zeitgeschichtlichen Zusammenhang. In: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 34 (1986), 374-395; ders.: Tretij Rim? Tretij Rejch? Tretij put’? Istoričeskie očerki o Rossii, Germanii i Zapade. Moskva: Moskovskij filosofskij fond 2002, 136-161; Martin Bajsvenger [Beisswenger]: „Konservativnaja revoljucija“ v Germanii i dviženie „evrazijcev“ – točki soprikosnovenija. In: A.Ju. Minakov (Hg.): Konservatizm v Rossii i v mire 3. Voronež: VorGU 2004, 49-73; http://www.nd.edu/~mbeisswe/ Martin%20Beisswenger_‘Konservativnaia%20revoliutsii a‘%20v%20Germanii%20i%20dvizhenie%20‘Evraziitsev‘. doc. 5 Leonid Luks: Zum „geopоlitischen“ Programm Aleksandr Dugins und der Zeitschrift Ėlementy – eine manichäische Versuchung? In: Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte 6 (2002) 1, 43-58; ders.: Eurasien aus neototalitärer Sicht – Zur Renaissance einer Ideologie im heutigen Rußland. In: Totalitarismus und Demokratie 1 (2004) 1, 63-76; ders.: Der russische „Sonderweg“? Aufsätze zur neuesten Geschichte Rußlands im europäischen Kontext (=Soviet and Post-Soviet Politics and Society 16). Stuttgart: ibidem 2005, 99-120; Markus Mathyl: The National-Bolshevik Party and Arctogaia. Two Neo-fascist Groupuscules in the Post-Soviet Political Space. In: Roger Griffin, Matthew Feldman (Eds.): Fascism. Vol. V: Postwar Fascisms (=Critical Concepts in Political Science). London: Routledge 2004, 185-200. 6 Stefan Wiederkehr: „Kontinent Evrasija“ – Klassischer Eurasismus und Geopolitik in der Lesart Alexander Dugins. In: Markus Kaiser (Hg.): Auf der Suche nach Eurasien. Politik, Religion und Alltagskultur zwischen Rußland und Europa. Bielefeld: transcript 2004, 125-138. 7 Andrei P. Tsygankov: Mastering Space in Eurasia. Russia’s Geopolitical Thinking after the Soviet Break-up. In: Communist and Post-Communist Studies 36 (2003) 1, 101-127, hier 123-125. 8 Markus Mathyl: Der „unaufhaltsame Aufstieg“ des Aleksandr Dugin. Neo-Nationalbolschewismus und Neue Rechte in Rußland. In: Osteuropa 52 (2002) 7, 885-900. 9 Erik van Ree: The Concept of “National Bolshevism”. An Interpretative Essay. In: Journal of Political Ideologies 6 (2001) 3, 289-307. 10 Eine ausführliche Darstellung des russischen gesamt-

Andreas Umland
politischen Kontextes sowie möglicher historischer Vergleichsrahmen findet sich in meinem Arbeitspapier: Toward an Uncivil Society? Contextualizing the Recent Decline of Extremely Right-Wing Parties in Russia (=Weatherhead Center for International Affairs Working Paper Series, Nr. 02-03). Cambridge, MA: Harvard University, 2002, http://www.wcfia.harvard.edu/papers/555__Toward_An_Uncivil_Society.pdf. Siehe auch Andreas Umland: Formirovanie fašistskogo „neoevrazijskogo“ intellektual’nogo dviženija v Rossii. Put’ Aleksandra Dugina ot marginal’nogo ėkstremista do ideologa postsovetskoj akademičeskoj i političeskoj ėlity, 1989–2001 gg. In: Ab Imperio, Nr. 3/2003, 289304; ders.: Kulturhegemoniale Strategien der russischen extremen Rechten. Die Verbindung von faschistischer Ideologie und gramscistischer Taktik im „Neoeurasismus“ des Aleksandr Dugin. In: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 33 (2004) 4, 437-454; ders.: Dugin kein Faschist? Eine Erwiderung an Professor A. James Gregor. In: Erwägen – Wissen – Ethik 15 (2004) 3, 424-426; ders.: Some Addenda on the Relevance of Extremely Right-Wing Ideas in Putin’s New Russia. In: Erwägen – Wissen – Ethik 15 (2004) 4, 591-593. Informative Überblicke zur Entwicklung der postsowjetischen russischen extremen Rechten insgesamt und hervorragende Einschätzungen von Dugins Rolle in diesem Zusammenhang bieten Wayne Allensworth: The Russian Question. Nationalism, Modernization, and PostCommunist Russia. Lanham, ML: Rowman & Littlefield 1998; Stephen D. Shenfield: Russian Fascism. Traditions, Tendencies, Movements. Armonk, NY: M.E. Sharpe 2001; Vadim Rossman: Russian Intellectual Antisemitism in the Post-Communist Era. Lincoln: University of Nebraska Press 2002. Charles Clover: Dreams of the Eurasian Heartland. In: Foreign Affairs 78 (1999) 2, 9-13; Ilan Berman: Slouching Toward Eurasia? http://www.bu.edu/iscip/voll2/ berman.html; Markus Mathyl: Grenzenloses Eurasien. In: Jungle World, Nr. 45/2002, http://www.nadir.org/ nadir/periodika/jungle_world/_2002/45/29a.htm; Ilan Berman: Ideologue of Empire. In: The Wall Street Journal, 3 November 2005, http://www.fightingterror. org/views/berman_051103.cfm, http://www.inosmi. ru/translation/223446.html. Siehe z.B. Dmitry Shlapentokh: Russian Nationalism Today. The Views of Alexander Dugin. In: Contemporary Review 279 (2001) 1626, 29-37; Alan Ingram: Alexander Dugin. Geopolitics and Neo-Fascism in Post-Soviet Russia. In: Political Geography 20 (2001) 8, 1029-1051. V.L. Cymburskij: „Novye pravye“ v Rossii. Nacional’nye predposylki zaimstvovanija ideologii. In: Tat‘jana I. Zaslavskaja (Hg.): Kuda idët Rossija? Al’ternativy obščestvennogo razvitija, 2. Bd. Moskva: Aspekt Press 1995, 472-482; Jean Cremet: Für eine Allianz der „Roten“ und der „Weißen“. Zwischen Metapolitik und Geopolitik: Zur Durchdringung Osteuropas durch die „Neue“ Rechte. In: ders., Felix Krebs und Andreas Speit: Jenseits des Nationalismus. Ideologische Grenzgänger der „Neuen Rechten“: Ein Zwischenbericht. Hamburg/Münster: Unrast 1999, 91-120. http://www.arctogaia.com/. Andreas Umland: Die rechtsextremistische APO im heutigen Rußland. Ultranationalistische Denkfabriken als Bestandteil der postsowjetischen „unzivilen Gesellschaft“. In: Vera Haney, Michael Wegner, Andrea Jahn (Hg.):

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Intellektueller Rechtsextremismus im postsowjetischen Rußland
Rußland: ein starker Staat? (=Europäisches Denken 3). Jena: Thüringer Forum für Bildung und Wissenschaft e.V. 2003, 123-143. http://elem2000.virtualave.net/. Weitere von Dugin redigierte Zeitschriften waren u.a. „Milyj Angel“, „Evrazijskoe vtorženie“ und „Evrazijskoe obozrenie“ (siehe unten). Zahlreiche Artikel von Dugin aus den Jahren 1994–1998 finden sich in der NBP-Zeitung „Limonka“. Alexander Yanov: Weimar Russia – And What We Can Do About It. New York: Slovo-Word, o.D., 275. Dies lag nicht zuletzt an den regelmäßigen Beiträgen von oder zu westlichen rechtsextremistischen Autoren der Zwischenund Nachkriegszeit, die in Dugins Zeitschriften und Büchern erschienen. Einige russische rechtsextremistische Publikationsorgane werden verglichen in Andreas Umland: Die Sprachrohre des russischen Revanchismus. In: Die Neue Gesellschaft. Frankfurter Hefte 42 (1995) 10, 916-921. Markus Mathyl: Das Entstehen einer nationalistischen Gegenkultur im Nachperestroika-Rußland. In: Wolfgang Benz (Hg.): Jahrbuch für Antisemitismusforschung, Bd. 9. Frankfurt a.M.: Campus 2000, 68-107; ders.: Die größte weiße Nation Europas – Geburt des Nationalismus aus dem Geist der Pop-Kultur. Wie der russische Schriftsteller und Politiker Eduard Limonow die Herzen der Jugendlichen erobert. In: Süddeutsche Zeitung, 30. September 2002; ders.: Grenzenloses Eurasien. http://www.geopolitika.ru/; http://www.resist.gothic.ru/; http://www.arctogaia.com/; http://eurasia.com.ru. Zum Begriff der „unzivilen Gesellschaft“, wie er in der vergleichenden Rechtsextremismusforschung verwendet wird: Ami Pedahzur, Leonard Weinberg: Modern European Democracies and Its Enemies. The Threat of the Extreme Right. In: Totalitarian Movements and Political Religions 2 (2001) 1, 52-72. Markus Mathyl: „Die offenkundige Nisse und der rassenmäßige Feind“. Die National-Bolschewistische Partei als Beispiel der Radikalisierung des russischen Nationalismus. In: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik 9 (1997) 2, 7-15; sowie 10 (1998) 1, 23-36; Vjačeslav Lichačëv: Nacizm v Rossii. Moskva: Panorama 2002, 63-107. http://universitet.virtualave.net/. Aleksandr Dugin: Osnovy geopolitiki. Geopolitičeskoe buduščee Rossii. Moskva: Arktogeja, ¹1997. Ders.: Osnovy geopolitiki. Myslit’ prostranstvom. Moskva: Arktogeja, 4. Aufl., 2000. http://eurasia.com.ru/. Es ist wahrscheinlich, daß das Projekt von dem damals wichtigsten „Polittechnologen“ (ein russischer Neologismus) des Kreml, Gleb Pavlovskij, zumindest mitentwickelt wurde. Siehe Andrej Kolesnikov: Posle podvodnoj lodki. Na katastrofach otrabatyvaetsja informacionnaja politika. In: Izvestija, Nr. 161, 29. August 2000, 3. Siehe zu Panarins Ideen Vesa Oittinen: Eurasismus – eine Integrationsideologie für Rußland? In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Nr. 11/1994, 1379-1386, hier 1385f.; Marlène Laruelle: Pereosmyslenie imperii v postsovetskom prostranstve. Novaja evrazijskaja ideologija. In: Vestnik Evrazii – Acta Eurasica, Nr. 1(8)/2000, 5-18. V.A. Bazhanov: A Note on A.S. Panarin’s Revansh istorii. In: Europe-Asia Studies 51 (1999) 4, 705-708, hier 705.

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32 „Obščaja gazeta“ zitiert nach Mavra Kosichkina: Putin’s New Style. Moderation and Precision Against the Backdrop of a “Soviet Mentality” Renaissance. In: Politruk, Nr. 56, 6. Juni 2001, 2, http://www.wps.ru:8101/chitalka/politruk/ en/20010606.shtml. 33 http://eurasia.com.ru/syezd.htm. 34 Aleksandr Panarin: Pravoslavnaja civilizacija v global’nom mire. In: Evrazijskoe obozrenie, Nr. 4, 11.12.2001, 4-5, http://eurasia.com.ru/eo/4-5.html. 35 Siehe zum Beispiel Aleksandr S. Panarin: Politologija. Učebnoe posobie. Moskva: Gardariki 2002, 372. 36 http://evrazia.org/modules.php?name=News&file=artic le&sid=1508. 37 Siehe den Abschnitt „Neoevrazijstvo“ in: http://eurasia. com.ru/stenogramma.html. 38 http://eurasia.com.ru/polit.htm. 39 http://eurasia.com.ru. 40 Victor Yasman: Aleksandr Dugin – Eurasia party founder and chief ideologue of the Russian geopolitical school, http://www.rferl.org/specials/russianelection/bio/dugin. asp. 41 http://www.evrazia.org/modules.php?name=News& file=article&sid=1636. 42 Andrej Loshak: Partii zelënych. In: Ogonëk, Nr. 41 (4915)/2005, 18-26, hier 24. 43 Sheri Berman: Civil Society and the Collapse of the Weimar Republic. In: World Politics 49 (1997) 3, 401-429. 44 Larry Diamond: Developing Democracy. Towards Consolidation. Baltimore/London: Johns Hopkins University Press 1999, 222. 45 Alex Demirovic: Kulturelle Hegemonie von rechts. Antonio Gramsci – gesehen von der „nouvelle droite“. In: Die neue Gesellschaft. Frankfurter Hefte 37 (1990) 4, 352-357; Armin Pfahl-Traughber: „Gramscismus von rechts“? Zur Gramsci-Rezeption der Neuen Rechten in Frankreich und Deutschland. In: Blick nach rechts, Nr. 21, 28. September 1992, 3-5. 46 Es irritiert, daß sich Teile der deutschen Alternativ- und Kulturszene in besonderer Toleranz gegenüber Dugins dubioser Gefolgschaft üben. Siehe MM: Der Auftritt des Ex-Anarchisten D. Kostenko in Berlin, http://www.partisan.net/archive/trend/trend98/diesdas/i2698.html; Mathyl: Grenzenloses Eurasien; ders.: Der „unaufhaltsame Aufstieg“ des Aleksandr Dugin; ders.: Helden-Krieger. Wie Alina Wituchnowskaja die deutschen Medien blendet. In: Süddeutsche Zeitung, 26. November 2002; Markus Liske: Von lächerlichen Faschisten und lustigen Dichtern. Kein Ende im Berliner Lesebühnenstreit, http://www.clubexistentialiste.com/markus/kaminer.html; Anne Hahn: Wie böse ist Onkel Bert? In: tageszeitung, 14. Oktober 2002; dies.: Voll tolerant oder was dürfen sibirische Dorfdeppen singen? Über eine Auseinandersetzung um den Sänger Jegor Letow, http://www.satt.org/gesellschaft/02_10_letow1.html; Indymedia-Rußland und die Neue Rechte, http://www.de.indymedia.org/2001/10/8246.shtml. Bildnachweis: Die Bilder sind mit freundlicher Genehmigung von Alexandr Dugin der WWW-Seite http:// arcto.ru/mig.php entnommen.

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Sozial- und geisteswissenschaftliches Journal
© GSFP – Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Forschung und Publizistik mbH. Herausgegeben im Auftrag des Vereins Berliner Debatte INITIAL e.V., Präsident Peter Ruben. Berliner Debatte Initial erscheint alle zwei Monate. Redaktion: Henri Band, Harald Bluhm, Ulrich Busch, Erhard Crome, Scott Gissendanner, Birgit Glock, Wladislaw Hedeler, Wolf-Dietrich Junghanns, Cathleen Kantner, Lutz Kirschner, Rainer Land, Ingrid Oswald, Hartwig Schmidt, Udo Tietz, Jan Wielgohs, Andreas Willisch, Rudolf Woderich; Redaktionelle Mitarbeit: Karsten Malowitz, Thomas Müller; Lektorat: Gudrun Richter; Verantwortlich für dieses Heft: Harald Bluhm (V.i.S.P.) Copyright für einzelne Beiträge ist bei der Redaktion zu erfragen. E-Mail: redaktion@berlinerdebatte.de Internet: www.berlinerdebatte.de Preise: Einzelheft 10 €, Doppelheft 20 € Einzelhefte werden per Post mit Rechnung verschickt. Abonnement: Jahresabo 37 € Ausland zuzüglich Porto. Studenten, Rentner und Arbeitslose 20 €, Nachweis beilegen. Ermäßigte Abos bitte nur direkt bei Berliner Debatte Initial per Post oder per Fax bestellen. Das Abonnement gilt für ein Jahr und verlängert sich um jeweils ein Jahr, wenn nicht sechs Wochen vor Ablauf gekündigt wird. Bestellungen Einzelhefte und Abos per Mail an: leidenschaften@berlinerdebatte.de Tel.: +49-39931-54726, Fax ...-54727 Post: PF 58 02 54, 10412 Berlin Abo-Bestellungen auch direkt bei INTER ABO, PF 360520, 10975 Berlin; Tel. (030) 61105475, Fax (030) 61105480. pdf-Dateien: siehe www.berlinerdebatte.de

Autorenverzeichnis
Roland Benedikter, Prof. Dr., Universität Wien und Freie Universität Bozen Dominika Biegoń, Studentin der Politikwissenschaft, Freie Universität Berlin Ekaterina Borbe, Politikwissenschaftlerin, Berlin Michael Böhm, Politikwissenschaftler, freier Publizist, Berlin Ulrich Busch, Doz. Dr., Finanzwissenschaftler, Technische Universität Berlin Tanja Bürgel, Dr., Zeithistorikerin, Universität Jena Kai-Uwe Hellmann, PD Dr., Soziologe, Berlin Michael Hofmann, PD Dr., Kultursoziologe, Universität Jena Lenz Koppelstätter, Journalist, Student der Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin Henrik Pontzen, MA, Philosoph, Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Mirko Punken, Soziologe, Leipzig Swantje Renfordt, Diplom-Politologin, Otto-Suhr-Institut, Freie Universität Berlin Thomas Schindler, freier Autor und Student an der FriedrichWilhelms-Universität Bonn Rainer Schmidt, Dr., Politikwissenschaftler, Technische Universität Dresden Andreas Umland, Dr., Politologe, DAAD-Lektor an der Kyïver Nationalen Taras-Ševčenko-Universität, Kiew


 

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